ICH BIN ALEXANDRA RITTINGER

Alexandra RittingerWarum ich genau das mache, was ich jetzt mache.?!

Es gab Zeiten in meinem Leben, in denen war mir zu wenig Leben in meinem Leben. Das drückte sich sowohl körperlich, mental und auch seelisch aus. Das ist heute Gott sein Dank anders. Ich kann sagen, mein Leben gefällt mir wirklich gut. Ich habe einen Beruf der mir Spaß macht, zu meinem Wertesystem passt und gleichzeitig mein ganzes Leben prägt und trägt. Durch Yoga und die Veränderungsprozesse, die ich durchlaufen habe, hat das Leben für mich wieder einen tieferen Sinn bekommen.

Bis ich hierhin gekommen bin, habe ich allerdings einiges erlebt, versucht, hinterfragt, verändert, mich entwickelt und wieder ent-wickelt. Habe aufgehört ein “normales” Leben zu führen, das immer irgendwelchen Konzepten in der Zukunft hinterherrennt. Die westliche Auslegung von Leben hat sich, meiner Meinung nach, zu weit von einem menschlichen, artgerechten Lebens-Stil entfernt. Und auch die Vielfalt der Krankheiten und Leiden, die für uns alle mittlerweile so normal sind, sprechen ganz klar dafür. Frei nach dem Buchtitel von Robert Betz: „Willst du normal sein oder glücklich?“, habe ich mich für das Glücklich-Sein entschieden. Jetzt gehe ich einen Weg, der das Ziel und gleichzeitig das Leben selbst ist, dem ich Raum gegeben habe, um sich zu leben – und zwar in dem Moment in dem Leben stattfindet – im Jetzt – in der Gegenwart – während ich atme, fühle und erlebe.

Viele Jahre meines Lebens war ich rastlos. Wusste, da muss es doch mehr geben. Immer auf der Suche nach Sinnhaftigkeit, mehr Lebensqualität und Lebensfreude, den für mich passenden Werten und Wertesystemen, Seelenfrieden, der „richtigen“ Ernährung, dem Noch-Besseren Beruf, Platz, Partner,  … Schaute hier, suchte dort und habe immer diejenigen bewundert, die von Anfang an scheinbar wussten, was ihr Weg ist. Ich war in meinem Ausprobieren so abwechslungsreich und vielseitig, dass mir der rote Faden meines Leben nie wirklich ersichtlich war. Im Nachhinein betrachtet, war genau diese Vielfalt mein roter Faden. Es dauerte nur eine Weile, bis sich alle Teile zu einem Großen zusammenfügten.

“Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.”

Goethe

Die Rastlosigkeit wie ich sie empfunden habe, die vielen Fragen, auf die ich antworten suchte, das nicht stehen bleiben, sondern immer weiter gehen, war in Wirklichkeit etwas ganz anderes. Ich folgte einfach nur immer dem Inneren Ruf, meiner Seele – meines Herzens, der wollte, dass ich Bewusstsein, Menschlichkeit und Leben in mein Leben bringe. Anahata Chakra ist der Sanskrit Name unseres Herz Chakras. Es bedeutet “Das, was unangeschlagen klingt”. Der Ruf des Herzens, den wir alle in uns tragen. Wenn wir im Innen leise sind, vielleicht sogar Stille haben, dann können wir ihn hören. Wenn es laut ist, dann können wir ihn aber dennoch fühlen.

Für viele Menschen ist es eine Krankheit oder ein anderer Leidensdruck, der notwendig ist, um ihr Leben zu überdenken und neu zu gestalten. Wenn der körperliche, psychische oder auch seelische Leidensdruck groß genug ist, dann kommt ein Wendepunkt. Ein Erwachen, das bewusstes Hinterfragen zulässt, um die Notwendigkeit einer Veränderung überhaupt erst zu sehen oder Veränderung nicht nur zu wollen, sondern auch tatsächlich mit einem Veränderungsprozess zu beginnen.

Ich ging auf das Gymnasium, wurde Bankkauffrau und Wirtschaftsingenieurin für Medien, danach war ich wenige Jahre Geschäftsführerin einer Diskothek. Alle diese Stationen meines Lebens habe ich auf ihre Weise gerne gemacht. Sie hatten wie alles angenehme und weniger angenehme Seiten, haben mir aber immer auch Spaß gemacht, obwohl sie so unterschiedlich sind. Ich machte wichtige Erfahrungen und musste Dinge lernen, von denen ich heute sehr profitieren kann. Aber währenddessen ich das alles machte, wurde ich immer öfter krank und je älter ich wurde, umso chronischer waren die Phänomene. Einen Bandscheibenvorfall hatte ich schon mit 25, Seelischer Tiefpunkt mit 27, Burnout mit 30 und nach einem Autounfall mit 31, bei dem ich mir eine Hirnquetschung und Vorwölbungen mehrerer Bandscheiben zuzog, war dann auch mein Leid groß genug. Ich hatte mit Lenden- und Halswirbelsäule Probleme, hatte täglich Schmerzen, konnte mich teilweise gar nicht bewegen und dadurch große körperliche Einschränkungen. Das Leben schien mir wie eine einzige Katastrophe und ein Drama jagte das Andere. Ich fühlte mich überhaupt gar nicht gut. Da war die Zeit gekommen und ich wusste, ich muss etwas verändern.

 

Mir schien es sinnvoll mich erst einmal von allem zurückzuziehen. Eine Art persönlichen Reset zu machen. Ich kündigte also meinen Job und war bereit mein gespartes Geld jetzt in mich selbst, meine Heilung und meinen neuen Lebensweg zu investieren. Ich gönnte mir eine längere Auszeit, um Klarheit darüber erlangen, was ich mit meinem Leben machen wollte. Und damit meine ich wirklich „Was will ich?“. Meistens wissen wir nämlich nur, was wir nicht wollen!

 Körperlich in einem eher schlechten Zustand, kam ich mit der Schulmedizin und passiven Therapien schnell an die Grenzen des Möglichen. Und mit was ich mich nie zufrieden gab, waren Aussagen, wie: “Da kann man nichts machen, das ist halt so.”, “Schauen sie sich ihre Mutter an, dann wissen sie woher es kommt”, “Halten sie ihr Gewicht”, “Das kommt mir dem Alter”. Oder auch “Es ist alles in Ordnung. Sie haben einwandfreie Blutwerte”, obwohl ich genau fühlte, dass nicht alles in Ordnung war. Schulmedizin und Passivität waren mir zu wenig. Also machte ich mich aktiv auf die Suche nach Lösungen.

Meine erste Erkenntnis war eine große Müdigkeit, die ich in mir verspürte. Viele Jahre zu viel Kaffee getrunken und Nächte lang durchgearbeitet. Ich musste mich ausschlafen und habe aber bemerkt, da gibt es eine Stimme in mir, die mir das gar nicht erlauben wollte. So war ich einfach über viele Jahre konditioniert.

Ernährung hat mich mein ganzes Leben lang schon interessiert. Also vertiefte ich dieses Thema weiter. Es war mir logisch, dass der Körper-Geist-Seele-Zustand mit Ernährung zu tun haben kann oder sogar zu haben muss. Du bist was du isst, sagt es doch der Volksmund. Ich erinnerte mich wieder an diverse Bücher, die ich zum Thema Ernährung und Übersäuerung bereits in meinem Regal hatte. Unter anderem ein Buch über den Säure-Basen-Haushalt. “Gesundheit durch Entschlackung” von Peter Jentschura. Ich begann damit meinen Körper zu Reinigen, zu Entgiften und mit Nährstoffen und natürlichen Lebensmitteln mein Energielevel wieder anzuheben. Es war schon im Jahr 2000 oder 2001, als ich aufhörte Fleisch und Wurst zu essen, aber neben einem fleischlosen Leben gab doch noch sehr viele weitere Ansatzpunkte. Die ersten Veränderungen waren schnell spürbar. Aber nur durch veränderte Ernährung, fühlte es sich noch nicht so richtig “rund” an. Ich war also noch nicht da, wo ich sein wollte.

Dennoch hat das Thema Ernährung für mich eine Schlüsselfunktion, weil sie die Türe für viele Veränderungen öffnen kann. Mittlerweile ernähre ich mich rein pflanzlich und zu 90% aus Rohkost. Habe mehr Energie als jemals in meinem Leben und bin körperlich in der Lage Yoga Asanas einzunehmen, von denen ich nicht gedacht habe, sie jemals zu können. Heute weiß ich, es gibt einen Unterschied zwischen Nahrungsmitteln und Lebensmitteln. Und diesen Unterschied merken wir körperlich, geistig und auch seelisch.

Als ich dann 2007 wegen meinen Bandscheiben und Schmerzen in Reha war, wurde mir mein körperlicher Zustand deutlich vor Augen geführt – und der war alles andere als fit. Mir war klar, ich muss beginnen mich mehr zu bewegen. Nicht Laufen oder Spazieren. Sport – der Körper ist schließlich unser Bewegungsapparat. Kraft-Ausdauer, Herz-Kreislauf, Joggen, Nordic Walking und Schwimmen. Langsam wurde ich körperlich fitter und kraftvoller, aber es fehlte noch immer etwas.

Ich meldete mich auf der Heilpraktikerschule an. Meine Intention war es mehr vom Körper zu verstehen, mehr über Anatomie und Physiologie zu erfahren, um den “gesunden” Zustand zu kennen. Den Fokus von Krankheit auf Gesundheit zu lenken, war definitiv ein wichtiger Aspekt. Wo die Aufmerksamkeit ist, fließt die Energie hin. Hier fand ich auch eine Vielzahl von Alternativen Heilmitteln und Therapien. Da konnte ich mich wieder Ausleben in Abwechslungsreichtum. Ich habe viele Heiltechniken, Anwendungen, Heilmittel und Super-Foods im Selbstversuch getestet. Es war für alles was dabei. Auch Vergebung, Dankbarkeit, Glaubenssätze, Innere Kind Arbeit, Schattenarbeit, sich in äußeren Spiegeln erkennen, Energiearbeit und vieles mehr.

Yoga kam in mein Leben und damit die Erkenntnis, dass mein Körper zwar wieder kraftvoller war, aber von Beweglichkeit, geschweige denn Geschmeidigkeit oder Leichtigkeit weit entfernt. Auch interessant, war die Feststellung, dass ich mein linkes Auge nicht mehr ganz schließen konnte und beim Bodyscan viel es mir wirklich schwer alle meine Körperteile zu sehen oder zu spüren. Getreu dem Motto ganz oder gar nicht, übte ich also täglich. Erforschte die Philosophie dahinter und kann jetzt sagen: Yoga ist für mich das I-Tüpfelchen auf allem, was ich vorher schon gemacht hatte. Yoga heißt Verbindung bzw. Einheit und so konnte ich immer mehr die Zusammenhänge hinter den einzelnen Dingen erkennen. Und so wurde Yoga zu meinem täglichen Begleiter.

„Die Leute sagen, dass es der Sinn des Lebens ist, wonach wir alle suchen. Ich glaube nicht, dass es dies ist, was wir wirklich suchen. Ich glaube, wonach wir suchen, ist eine Erfahrung des Lebendigseins, sodass unsere Lebenserfahrungen auf der rein physikalischen Ebene Resonanzen bildet mit unserem innersten Wesen und unserer innersten Wirklichkeit, sodass wir tatsächlich die Verzückung des Lebendigseins empfinden.“

Joseph Campbell, The Power of Myth

Der Yogaweg, wie ih Patanjali beschreibt ist zu meinem Lebensstil, meiner Lebensausrichtung geworden. Yoga ist ein Lebensstil und eine Haltung zum Leben selbst. Es lässt das Leben sich selbst leben. Das Fundament des Yoga sind gelebte Werte und Ethik. Der Umgang mit der Umwelt und mit sich selbst. Atmen, Körperhaltungen, die Sinne auf das Innere ausrichten und die drei Stufen der Meditation. Und damit findet Veränderung statt. Fühlen und Erleben, was in meinem Körper passiert. Den rastlosen Geist fokussieren und mehr und mehr in eine Stille und einen inneren Frieden finden. Sich selbst beobachten können, bei allem was man tut. Krafftvoll und zugleich beweglich werden. Der Körper ist unser Instrument, durch den wir das Leben überhaupt erst fühlen und erleben können. Man kommt der eigenen Wahrheit immer näher.

Meine Yogapraxis begann mit einem Satz von Babaji, der mich tief in meiner Seele berührt hat: “Erkenne dich Selbst und du bist geheilt.”  Es war Kriya Yoga – Kriya heißt Handlung mit Bewusstsein. Jetzt kenne ich auch den Roten Faden meines Lebens. Ich erinnere mich, dass ich als kleines Mädchen meinen Namen nicht richtig aussprechen konnte. Statt Alexandra sagte ich immer Alle-Ganga. Das wurde sogar einer meiner Spitznamen. Ganga oder Gangi. Ganga ist die Göttin, die den Heiligen Fluss Ganges beseelt. Der wundervolle Yogananda, der Mann wegen dem ich mich auf die Yogamatte begeben habe, beschreibt sie als Chaitanya, das allumfassende Bewusstsein. Das war es, worum es in meinem Leben immer ging und was ich auf der Erde verwirklichen wollte. “Werde dir dessen Bewusst, was Bewusstsein ist.” Für mich selbst und allen anderen auch.

Die Zauberformel des Glücks nach Yogischer Definition heißt: Sat Chit Ananda – absolutes Sein, absolutes Bewusstsein, absolute Glückseligkeit.
Diese Erkenntnis lässt uns die Fülle und den Reichtum in der Einfachheit erkennen.
Dann können wir alle in Harmonie miteinander leben.
Das wünsche ich mir für diese Welt. Für alle Menschen, Tiere, Pflanzen und auch für die Erde, die uns mit allem versorgt, was wir brauchen.

Frieden – Freiheit – Wahrheit – Liebe