Was uns Menschen von den Tieren unterscheidet

Pflanzen und Tiere haben keine freien Entscheidungsmöglichkeiten darüber, wie sie ihre Zeit hier auf der Erde gestalten wollen oder was sie aus ihrem Leben machen wollen. Sie haben eine spezifische Aufgabe für die Erde, die sie ohne nachzufragen erfüllen. Sie sind einfach das, was sie sind und wofür die da sind. Mit allen Eigenschaften und Fähigkeiten, die sie dafür mitbekommen haben.

Tiere fragen nicht nach dem Warum, beklagen sich nicht und wollen ihr Schicksal auch nicht ändern.
Tiere leben in Harmonie und Symbiose mit der Natur und ihren Gesetzmäßigkeiten.

Meine Katzen sind einfach nur Katzen. Sie machen genau das was Katzen machen. Sie sorgen dafür, dass manche Populationen einer natürlichen Auslese unterliegen, indem sie Mäuse und Vögel fangen, die nicht zu den Stärksten ihrer Art gehören. Das klang für mich lange Zeit sehr grausam, aber mittlerweile kann ich es akzeptieren und verstehe den Sinn der dahinter steckt. Die Schöpfung strebt nach Balance und Perfektion. Dafür ist diese Auslese einfach wichtig.

Evolution heißt Entwicklung. Von der Pflanze zum Menschen.

Während die Pflanzenwelt noch an einen Ort gebunden ist und dort nach dem Rhythmus der Natur ihr Dasein verbringt, verfügen Tiere zusätzlich über Instinkt und Intuition, um sicher durch ihr Leben zu gehen. Wir Menschen, bekanntlich ja die Krönung der Schöpfung, haben zudem noch den freien Willen.

Den freien Willen und die Freiheit uns jederzeit für eine der vielen Möglichkeiten zu entscheiden, die sich uns bieten. Die Entscheidung darüber zu haben, was und wen wir als Bestandteil unseres Lebens haben wollen, was wir essen und trinken, was wir denken, glauben und fühlen, nach welchen Glaubenssätzen wir leben, schenkt uns das Gefühl der Freiheit.

Gekoppelt an den freien Willen ist allerdings auch die Verantwortung, die wir für jede Entscheidung tragen müssen. Wobei auch das Nicht-Entscheiden, also keine der Möglichkeiten ergreifen, ebenso eine Entscheidung unseres freien Willens darstellt. Ergo: jeder Mensch lebt das Leben, das er leben will. Sonst würde er sich für ein anderes entscheiden.

Gesellschaftliche Norm oder Individualität?

Natürlich hat jeder Mensch, ebenso wie die Pflanzen und Tiere, Eigenschaften und Fähigkeiten auf die Welt mitgebracht. Unsere Stärken und Schwächen, die schon in unserer Konstitution verankert sind. Allerdings haben wir auch hier den freien Willen, ob wir diese herausfinden und in unserem Leben davon Gebrauch machen wollen.

Jeder Mensch ist anders, wir sind alle Individuen. Es gibt keinen Menschen zweimal auf der Welt. Leider leben wir aber in einer Gesellschaft, in der das Eigene, das Selbst, das Individuelle irgendwann einmal ausgetauscht wurde gegen den Durchschnitt, die Norm, das Gewöhnliche – eine Entscheidung, die nur noch wenig Freiraum für Individualität lässt. Die Menschen werden in Normen gesteckt, so wie die Menschen umgekehrt auch alles in Normen fassen und dennoch denken wir alle, dass wir immer individueller werden. Das ist aber eine falsche Form der Individualität.

Während Tiere und Pflanzen gar nicht nach dem Warum für ihr Verhalten fragen müssen, schließlich haben sie ja keine Entscheidung darüber wie sie ihr Leben gestalten, sollten wir Menschen eigentlich eine konkrete Antwort auf das Warum haben.

Wenn wir uns Entscheiden oder eben auch Nicht-Entscheiden, dann sollte die Grundlage dafür erstmal das „Ob und Warum“ sein. Ob und warum wir etwas tun wollen oder nicht, gerne bei gelichzeitiger Prüfung, wie es mit dem eigenen Wertesystem zusammen passt.

Meist wird der erste Schritt allerdings übersprungen und sofort der zweite Schritt geplant. Das „Wie“. Wie kann ich das und das umsetzen? Wie kann ich das und das bekommen? Wie kann ich das und das erreichen?

Zudem leben die meisten Menschen schlichtweg nach ihren Gewohnheiten bzw. den Gewohnheiten, die sie von ihren engen Mitmenschen übernommen habe. Oft schon seit vielen Traditionen hinweg. Daraus resultiert dann, dass viele Menschen auf die Frage des „Warum“ oft mit den Schultern zucken und lapidare Antworten haben.
„Weiß ich nicht“, „Weil es alle machen“, „Weil es schon immer so gemacht wurde“ etc.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheit.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
Chinesisches Sprichwort

Wie gestalten wir Menschen uns die Erde durch unseren freien Willen?

Mittlerweile leben wir in einer Gesellschaft, in der Handlung auf Grund von Gewohnheit an der Tagesordnung steht. Es heißt nicht umsonst, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das umfasst sowohl gute, wie auch schlechte Gewohnheiten.

Wir sind es gewohnt im Überfluss zu leben, sofern wir über ausreichend finanzielle Mittel verfügen. Luxusartikel jeglicher Art, Nahrungsmittel aus fernen Ländern, Kleidung im Überfluss, Strom, Heizöl, Benzin etc.. Alles ist ist vorhanden. Wir haben viel mehr, als wir tatsächlich brauchen und dennoch gibt es viele Menschen, die denken in einem Mangelzustand zu leben. Die Medien schaffen es immer wieder uns zu zeigen, welches die erstrebenswerten Lebenskonzepte sind.

Wieviel Individualität ist innerhalb dieser abgesteckten Grenzen überhaupt möglich?
Wie hoch ist der Preis, den wir für diesen Lebensstandart, den Überfluss und den Luxus bezahlen?

Die Erde liefert uns alle Ressourcen, die wir für unseren Lebensstil benötigen. Aber die Ressourcen werden mit der Zeit immer knapper, wobei der Verbrauch tendentiell weiterhin ansteigt. Obwohl wir alle darüber wissen!

2012 hat mir ein 14-jähriger erzählt, er hätte in der Zeitung gelesen, dass wir im Jahr 2030 noch eine zweite und dritte Erde brauchen, um unser Leben in diesem Stile weiterführen zu können. Ich habe ihn daraufhin gefragt, was er für wahrscheinlicher hält, dass wir Menschen bis dahin noch ein paar Erden mehr haben oder ob es die Menschheit dann nicht mehr geben wird? Die Antwort kam schnell: „Dass es die Menschen dann nicht mehr geben wird.“

Dieses Jahr, am 8. August 2016, war der „Earth Overshoot Day“, der Welterschöpfungstag. An diesem Tag hat die Menschheit alle Ressourcen aufgebraucht, die die Erde in einem Jahr produzieren kann. Und dieser Tag ist jedes Jahr ein paar Tage früher. Es hat sich also nichts im Konsumverhalten der Meisten verändert. Jedes Jahr wenn diese Nachricht kommt, finden es alle ja „gaaanz schlimm“, aber damit endet es dann auch schon.

 

Die Individualität des entwickelten Menschen

Unser freier Wille hat uns in diese Misere gebracht und nun kommt die Zeit, in der wir uns dafür verantworten müssen. Das geht allerdings nur, wenn jeder einzelne für sich selbst beginnt etwas zu ändern. Die Zeiten von „Die Anderen machen das doch auch“ oder „Es macht doch keinen Sinn, wenn ich für mich etwas verändere, aber die Anderen nicht.“ sollten jetzt vorbei sein. Doch trotz solcher Tatsachen, geht es in der Wirtschaft und im Konsumverhalten noch immer um Wachstum, Höher, Schneller, Weiter. Obwohl eigentlich jeder darum weiß, dass wir nicht nur etwas ändern sollten, sondern sogar dringend müssen!

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst.
Beginne deinen freien Willen und deine Entscheidungen mit der Erhaltung und der Schönheit der Erde abzugleichen.

Jede Art und Spezies auf der Erde haben eine Gemeinsamkeit. Ihr Lebensinhalt hat mit der Erhaltung der Erde und den Zyklen zu tun. Alle arbeiten gemeinsam für das, was alle und alles zusammenhält. Die Erde verbindet uns mit den Pflanzen und den Tieren.

Ich bin mir sicher, dass auch wir Menschen, jeder einzelne von von, eine besondere  Fähigkeit hat, um die Erde am Leben zu erhalten und sie zu einem schöneren, gesünderen, harmonischeren und bewussteren Ort zu machen. Je mehr ich mich meiner persönlichen Individualität annähere, umso größer wird mein Wunsch sogar, meine persönlichen Begierden mit der Sinnhaftigkeit abzugleichen. Die Gesundheit der Erde ist mir zu einem persönlichen Anliegen geworden.

Es geht also nicht um das Beherrschen der Erde oder darum uns die Erde sogar untertan zu machen. Obhut tragen ist das richtige Wort für mich. Hegen und Pflegen. Damit sich alles weiterhin entwickeln kann und in Balance bleibt.

Wirkliche Individualität ist es genauso wie meine Katzen zu wissen, warum man auf der Erde ist. das unterscheidet uns alle voneinander. Jeder hat seine eigenen Fähigkeiten mitgebracht. Unsere wirkliche Individualität ist es die persönlichen Fähigkeiten zu erkennen und anzuwenden. Nicht der Masse und der Norm hinterherzulaufen.

Man darf auch mal anders sein!