YOGA IST TECHNIK UND ZIEL ZUGLEICH

YOGA SEIN STATT NUR YOGA MACHEN
DIE TECHNIK DES YOGA ALS LEBENSWEG

DER 8-FACHE PFAD DES WEISSEN PATANJALI

Der klassische Yogaweg wurde im sogenannten Yogasutras von Patanjali beschrieben. Er lebte vor ca. 2500 Jahren und hat in 195 Versen, aufgeteilt auf vier Kapiteln, die Essenz des Yoga vermittelt. Das Yogasutra ist eine von vielen wichtigen Schriften, deren Studieren ebenfalls zum Yoga als Technik dazugehört.

1. Sutra: atha yoga – Eine Einführung in die Erfahrung des Yoga

2. Sutra: yoga citta vrtti nirodah – Im Zustand des Yoga sind alle Trübungen (vritti), die im Wandelbaren des Menschen (citta) bestehen können, aufgelöst.

3. Sutra: tada drastuh svarupe vasthanam – Dann ruht das wahre Selbst (drashtu) in der Erkenntnis seiner eigenen Natur.

Weiter beschreibt Patanjali unter anderem die acht Komponenten (Pfade), also die Technik des Yoga, um im wahren Selbst ruhen zu können und die eigene Natur darin zu erkennen.

Die Pfade oder auch Glieder des Yogaweges, geht man alle gleichzeitig. Aber der Schwerpunkt ändert sich durchaus hin und wieder, je nach Interesse oder Lebensthema. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass alle Glieder miteinander verbunden sind und (wie alles) nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Nur Asana machen und den Rest weglassen, führt ein Stück auf den Weg, aber irgendwann endet er. Es ist wie ein Schlüssel-Schloss-Prinzip. Ein Bereich eröffnet wieder einen anderen. Der Weg beginnt sich immer mehr zu offenbaren und es ist so wunderbar zu erkennen, wie tief die Zusammenhänge all dieser Komponenten tatsächlich sind. Das ist Bewusstsein – Bewusstes Sein.

DIE 8 EINZELNEN GLIEDER DES YOGAPFAD

DAS FUNDAMENT

1. YAMA

Der Umgang mit der Mitwelt
Ethik, Respekt und Achtung, um in Harmonie mit unseren Mitgeschöpfen und der Erde zu leben.

Aufmerksamkeit und Achsamkeit erwecken

AHIMSA – Abwesenheit von Gewalt und Ungerechtigkeit (AUCH Gedanken, Gefühle, Worte, Taten,…),
SATYA – Wahrheit und Wahrhaftigkeit, Authentizität (AUCH: Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Treue, Loyalität)
ASTEYA – nicht stehlen (aus Gier oder Neid)
BRAMACHARYA – reiner Lebenswandel, Enthaltsamkeit bzw. das Handeln aus einem höheren Bewusstsein heraus
APARIGRAHA – Genügsamkeit, Begierdelosigkeit (das Tier im Menschen), Unbestechlichkeit

2. NIYAMA

Der Umgang mit sich Selbst
Innere Einstellung, geistige Regeln  und Aufgaben der Selbstreflexion, um mit sich in Harmonie  zu leben.

SAUCHA – Reinheit im Inneren und Äußeren (die Wahl der Lebensmittel genauso, wie die Befreiung von emotionalen oder mentalen Lasten).
SAMTHOSA – Zufriedenheit, Genügsamkeit, Dankbarkeit, Ja sagen zur Welt und zum Leben
TAPAS – Selbstdisziplin, Eifer, inneres Feuer und Askese
SVADHAYA – Erforschung des Selbst, Selbstbeobachtung, mediatives Studium der Yogischen Schriften
ISHVARA-PRANIDHANA – Hingabe an Gott und die Schöpfung, das machen, was man aus ganzem Herzen heraus tut und alles andere loslassen

DIE ÄUSSEREN GLIEDER

3. ASANA

Der Umgang mit dem Körper
Um in Harmonie mit dem Körper zu leben.

Körper, Atmung und Sinne

Asana machen den Körper kräftig, beweglich und geschmeidig, geben ihm Vitalität und erhöhen die Lebensenergie. Das Asana soll dabei STIRHA (feste/stabil) und SUKHA (angenehme/bequeme) sein.

Das Einnehmen der Asana dient der Selbsterforschung und Transformation. So wie wir Asana machen, so leben wir.
Körperhaltung = Bewusstseinshaltung

4. PRANAYAMA

Der Umgang mit dem Atem
Um in Harmonie mit der Universellen Lebensenergie, die alles durchpulst, zu leben.

Atemübungen wirken sich harmonisierend und stärkend auf den Energiekörpers und das Bewusstsein aus.

Das Energiesystem des Körpers wird mit Prana (Lebensenergie) aufgefüllt.

Geist und Atem beeinflussen sich gegenseitig. Das Denken ist an den Atem gebunden und umgekehrt. Atemkontrolle = Kontrolle der geistigen Gedankenaktivität

5. PRATYAHARA

Der Umgang mit den Sinnen
Um in Harmonie mit den Emotionen zu leben.
Die Vorstufe der Meditation.

Das Nach-Innen-Lenken der Aufmerksamkeit.

Wenn die Sinne sich nicht mit den äußeren Objekten verbinden, und so die wandelbare Natur des Menschen (Chitta) der wahren Natur ähnlich wird, wird Harmonie mit den Emotionen (Pratyahara) erreicht.

So können die inneren Bewegungen (geistig und emotional) und die Köperempfindungen bewusst gemacht werden. Was ist da?

DIE INNEREN GLIEDER

6. DHARANA

1. Stufe der Meditation
Konzentration

Die 3 Stufen der Meditation

VORSTUFE ZUR WAHREN, GEDANKENFREIEN MEDITATION

Die Aufmerksamkeit wird, bei gleichzeitiger Entspannung und Gelassenheit, auf einen Punkt, in eine Richtung oder auf Sache gebündel. Atmung, Mantra, Gegenstand, Gefühl oder Empfindung,…

Wenn wir eine bestimmte Aktivität unseres Geistes immer mehr verstärken, desto mehr verschwinden die anderen Aktivitäten des Geistes.

7. DYANA

2. Stufe der Meditation
Wahre Meditation

IMMER FEINER WERDEN IN DER VERBINDUNG BIS HIN ZUR MEDITATIVEN VERSENKUNG

Das Objekt der Meditation erfüllt den gesamten Bewusstseinsraum.
Die körperlichen, emotionalen und mentalen Bewegungen werden immer weniger. Wir machen uns leer.
Das leere Gefäß kann mit universellem Wissen erfüllt werden und in Klarheit und Reinheit erleuchten.

8. SAMADHI

3. Stufe der Meditation
Verschmelzung

DER GEIST VERSCHMILZT VOLLSTÄNDIG MIT DEM GEGENSTAND DER MEDITATON

Der Mensch beginnt sein wahres Wesen zu erkennen.

SAMPRAJNATA-SAMADHI – Es existiert noch ein seliges Ich-Bin Gefühl

ASAMPRAJNATA-SAMADHI  – Alle Attribute, die eine individuelle Persönlichkeit ausmachen, verschwinden. Das reine Bewusstsein, der Zustand der Selbstverwirklichung.